„Jahrhundertvertrag“ mit BP-Konsortium in Baku unterzeichnet

Am 16. Dezember reiste der britische Außenminister William Hague nach Baku, um der Unterzeichnung eines Jahrhundertvertrags über den Bau einer über 3.000 Kilometer langen Pipeline-Route von Aserbaidschan nach Italien beizuwohnen. Die Pipeline soll kaspisches Gas aus Aserbaidschan nach Italien bringen und somit den geplanten Südlichen Energiekorridor realisieren, der die europäische Energiesicherheit gewährleisten soll.

Das Abkommen, das zwischen dem von BP geführten Shah-Deniz-Konsortium und der aserbaidschanischen Regierung geschlossen wurde, sieht die Erweiterung des Shah-Deniz-Gasfelds im Kaspischen Meer und den Bau von Pipelines über die Türkei, Griechenland und Albanien nach Italien vor. Die Fördermenge wird sich anfänglich auf schätzungsweise 16 Mrd. Kubikmeter jährlich belaufen und soll bis 2023 auf 23 Mrd. Kubikmeter gesteigert werden.

Außenminister Hague sagte: „Die Erweiterung von Shah Deniz II ist ein Segen für Aserbaidschan, Großbritannien und Europa. Zum einen wird durch die Erschließung einer neuen Gasquelle für Südeuropa die europäische Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden. Zugleich ist dieses Abkommen auch für Großbritannien eine gute Neuigkeit, da viele der 300 britischen Unternehmen, die in Aserbaidschan ansässig sind, von dem neuen Großprojekt profitieren werden. Großbritannien weiß die wichtige Rolle zu schätzen, die Aserbaidschan in der Realisierung dieses Abkommens gespielt hat.“ Ab 2018 wird aserbaidschanisches Gas in die Türkei fließen; ein Jahr später dann auch nach Europa.

Lionel Zetter, Direktor von „The European Azerbaijan Society“ (TEAS) wohnte der feierlichen Unterzeichnung ebenfalls bei. Er sagte im Anschluss: „Dies ist ein großer Tag für BP und SOCAR ebenso wie für die aserbaidschanischen Beziehungen zu Europa – besonders zu Großbritannien.“

„Ich freue mich, dass William Hague nach Baku gekommen ist, um diesen Jahrhundertvertrag gemeinsam mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew, dem georgischen Premierminister Irakli Garibaschwili, dem italienischen Premierminister Enrico Letta, dem albanischen Premierminister Edi Rama und dem EU-Energiekommissar Günther Oettinger zu unterzeichnen.“

„Dieses Abkommen und die Zeremonie unterstreichen auf besondere Weise, dass Europa und Aserbaidschan aufeinander angewiesen sind.“

Laut Bob Dudley, Vorstandsmitglied von BP, werde die Förderung im Gasfeld Shah Deniz mit seinen geschätzten Vorkommen von 1,2 Billionen Kubikmeter Erdgas sofort um 1,4 Mrd. Kubikmeter jährlich erhöht werden. 

Die Kosten für die Erweiterung des Gasfelds und den Bau der Pipeline in die Türkei werden sich auf rund 28 Mrd. US-Dollar (20 Mrd. Euro) belaufen. Der restliche Investitionsbetrag wird für den Bau der Trans-Anatolischen Pipeline (TANAP) durch die Türkei und der Trans-Adriatischen Pipeline (TAP) nach Italien aufgewendet werden. Zu den BP-Partnern im Shah-Deniz-Konsortium gehören der norwegische Konzern Statoil, die Staatliche Aserbaidschanische Ölgesellschaft (SOCAR), der französische Konzern Total, der iranische Konzern Naftiran Intertrade, der türkische Konzern Turkiye Petrolleri und der russische Konzern Lukoil.

Laut Al Cook, Vizepräsident für das Shah-Deniz-Projekt bei BP, sind die Pipelines für den Gastransport anderer Lieferanten vorgesehen. In Baku sagte er: „Die Länge dieser Pipeline stößt an die Grenzen des Machbaren. Es wäre ohne Schwierigkeiten möglich, die Menge des fließenden Gases zu verdoppeln. Es gibt viele Länder, die als Gaslieferanten in Betracht kommen. Wir betrachten TANAP als eine strategisch enorm wichtige Pipeline für die Zukunft .“

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