Erinnerung an die Opfer von Chodschali

Am 25. Februar 2017 wurde eine bahnbrechende Ausstellung in der Galerie Michael Schultz eröffnet – einer der renommiertesten Galerien für Gegenwartskunst in Berlin – die den 613 zivilen Opfern des Massakers von Chodschali gewidmet war. Dieses stellt das schlimmste Einzelverbrechen des armenischaserbaidschanischen Konflikts um Bergkarabach dar und die Zahl der Todesopfer beinhaltet 106 Frauen, 63 Kinder und 70 alte Menschen. Die Ausstellung wurde vom Berliner Büro der The European Azerbaijan Society (TEAS) organisiert.

Das Massaker fand vor 25 Jahren, am 26 Februar 1992 statt. Bis heute besetzt Armenien Berg-Karabach und die sieben angrenzenden Provinzen, insgesamt ca. 20% des aserbaidschanischen Territorium, vier Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zum Trotz. Annähernd eine Million aserbaidschanische Flüchtlinge und Binnenvertriebene leben bis heute in Flüchtlingscamps, was eine humanitäre Tragödie unfassbaren Ausmaßes bedeutet.

Der renommierte aserbaidschanische Künstler Ashraf Geibatov stellte bei dieser Ausstellung seine neuesten Werke vor, welche alle Aspekte des Massakers von Chodschali rezipieren. Er ist seit 1981 künstlerisch aktiv und hat national und international ausgestellt, darunter im NATO Hauptquartier in Brüssel, im Völkerbundpalast der Vereinten Nationen in Genf sowie dem Vatikan. Geibatov widmet seine Kunst der Verständigung unter den Völkern und ist bekannt dafür, die Seele Aserbaidschans einzufangen. Der namensgebende Galerist Michael Schultz, Gastgeber der Ausstellung, organisiert gleichermaßen Ausstellungen großer Künstler wie Andy Warhol und Gerhard Richter und unterstützt junge Stars der Kunstszene, weswegen er von internationalen Kennern als ‚Berlins beste Nase für junge Kunst‘ bezeichnet wird.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der Justice for Khojaly Kampagne statt. Vor 300 Gästen, darunter, S.E. Ramin Hasanov, dem Botschafter der Republik Aserbaidschan in Deutschland, sowie führenden Vertreter aus Politik und Presse, erklärte Tale Heydarov, Präsident der TEAS: „Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Justice-for-Khojaly-Kampagne statt, einer internationalen Aufklärungskampagne, die von Frau Leyla Aliyeva, Vizepräsidentin der Heydar-Aliyev-Stiftung, initiiert wurde. Diese Kampagne startete 2008 und hat ein erhebliches Maß internationaler Unterstützung für die Wiederherstellung der Gerechtigkeit in dieser Region geschaffen. Bis heute hat sie Veranstaltungen in über 100 Ländern in Europa, Amerika, Asien und Afrika organisiert. In diesem Jahr organisiert TEAS, zusätzlich zur heutigen Vernissage in Berlin, Veranstaltungen in Athen, Brüssel, London, Luxemburg, Paris, Prag, Sofia und Vilnius.“

Herr Heydarov führte aus: „Es ist mir eine große Freude die vielen Gäste begrü.en zu dürfen, darunter S.E. Ramin Hasanov, den Botschafter der Republik von Aserbaidschan, Professor Heintze, der eine historische Einordnung geben wird, und natürlich besonders Ashraf Geibatov, den Künstler, der mit seinen Werken der Hauptgrund für unser heutiges Kommen ist. Das Zusammenspiel eines großartigen Künstlers wie Herrn Geibatov und eines international erfolgreichen Galeristen wie Herrn Schultz führte zu einer Ausstellung, welche die humanitäre Tragödie des Massakers von Chodschali, das 25 Jahre zuvor stattfand, aufgreift und einfühlsam die Aufmerksamkeit auf das Schicksal der Binnenvertriebenen lenkt, deren Leben fortgesetzt von dem Konflikt beeinträchtigt werden und die nur einen überw.ltigenden Wunsch haben – Heim zu kehren.“

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